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Kongress für Jedermann:
Nützliches für Beruf und Alltag – NLP erleben 2007

Kongress-Programm | Sponsoren | Berichte und Kommentare | Bildergalerie
Erfahrungsberichte von Teilnehmern

Berichte zum Download:

- Bericht vom rasenden Reporter Horst Kollan
- Pressebericht von Frank Gundermann


Direkt auf dieser Seite lesen:

- Feedback von Susanne Ehrenspeck
- Rückmeldung von Jutta Held
- Bericht von Katrin Greßer
- Rückmeldung von Knut Kaiser
- Bericht von Angelika Graber
- Eindrücke von Sabine Buchart-Kaiser
- Bericht Sigrid Engelbrecht
- Feedback von Birgit Scharowsky



Brief von Susanne Ehrenspeck

Da ich am Samstag nicht ganz bis zum Schluss bleiben konnte, hab ich auch nicht mehr den Fragebogen ausgefüllt. Ich möchte Ihnen jedoch auch für die anderen Mitorganisatoren sagen, dass ich von dem Kongress sehr begeistert war. Ich fühlte mich optimal betreut, schon gleich bei der Anfahrt als wir etwas irritiert durch die Umleitung plötzlich jemanden sahen, der Hinweisschilder anbrachte, um uns sicher zum Veranstaltungsort zu leiten. Auch die einzelnen Workshops haben mich sehr bereichert, so dass ich nicht nur durch die gute Verpflegung reich gefüllt nach Hause gefahren bin. Unabhängig vom Wetter, das noch ein übriges dazu getan hat, war das Ambiente drum herum ein absolutes Highlight.

Ich war froh, dass der Kongress klein gehalten worden ist, so dass ich nicht in Stress und Entscheidungsnöte geraten bin, welchen Workshop ich besuchen soll. Die Pausen zwischen den einzelnen Workshops haben genügend Raum gelassen, um auch mit anderen Teilnehmern in Kontakt zu kommen.

Anlässlich des wunderschönen Wetters gab es nur einen Wehmutstropfen, dass das Mittagessen relativ lange gedauert hat, so dass wenig Zeit für einen schönen Spaziergang blieb. Vielleicht könnte diesem Problem ein Buffet Abhilfe schaffen.

Nochmals an alle Organisatoren ein ganz herzliches Dankeschön und viel Glück und Erfolg weiterhin.

Susanne Ehrenspeck


"Nützliches für Beruf und Alltag" war dass Motto des diesjährigen NLP Kongresses für Jedermann in Nürnberg.

Als nicht NLPlerin war ich sehr gespannt auf diesen Tag. Das "Einchecken" verlief reibungslos, die Beschilderung bzw. Wegweiser waren professionell und hilfreich.

Die 17 Workshops mit den unterschiedlichsten Themen boten ein breites Spektrum der verschiedenen Einsatzmöglichkeiten des NLPs . Die Trainer waren gut vorbereitet und präsentierten ihre Themen meist sehr spannend. Leider war der Hinweis "Workshop auch ohne NLP Vorkenntnisse" irreführend. Obwohl die Referenten sich bemühten, auch für nicht NLPler ihre Inhalte verständlich zu präsentieren, war doch viel "NLP-Deutsch" in diesen Workshops zu hören.

In den Pausen konnten bei anregenden Gesprächen und leckeren Essen die Ressourcen wieder aufgetankt werden.

Den gelungenen Kongresstag rundete die Improtheatergruppe Holterdiepolter ab, indem sie ihre eigene Sicht des Kongresstages persiflierend darstellte. Anschließend ließen noch viele TeilnehmerInnen bei guter Musik auf der Tanzfläche ihren Energien freien Lauf. Nimmermüde NLPlerInnen hatten hier noch die Möglichkeit Pacing, Leading und Rapport herstellen zu üben.

Es ist zu wünschen, dass dieser NLP-Kongress eine feste Einrichtung im Nürnberger Veranstaltungskalender wird.

Jutta Held


Rekordbesucherzahl beim 3. NLP Kongress. 144 Teilnehmer!

Strahlender Sonnenschein in Nürnberg. Geladen wurde wieder ins Tagungs- und Gästehaus Stein. Freundliche Gesichter, herzliche Begrüßungen und ein reges Treiben herrschten im Foyer. Kurz nach 9 Uhr eröffnete Jutta Heller den Kongress. Sie begrüßte die Teilnehmer und holte alle Referenten auf die Bühne. Jeder stellte sich kurz vor und versuchte in ein paar kurzen Sätzen die Teilnehmer für den eigenen Workshop zu begeistern. 2/3 waren Kongressneulinge, das andere Drittel war bereits zum 2. bzw. 3. Mal dabei. Neben den Teilnehmern aus der Metropolregion Nürnberg ;-)) wurde sogar aus Mannheim und der Schweiz angereist.

Nach der erfrischenden Eröffnung ging es in die einzelnen Workshops. Ich hatte mich für den Vortrag von Michael Lochmann entschieden - Metaphern und Geschichten im beruflichen Kontext. Der Zulauf war so groß, dass aus dem Vorraum noch Stühle besorgt werden mussten - andere drängten sich auf die Treppe um dem lebhaften und anschaulichen Vortrag zu folgen. Aus der bunten Mischung konnten die Teilnehmer viele Anregungen mitnehmen. Am spannendsten war für mich das Beispiel Abteilungszusammenlegung mittels der Metapher "Zug". Während der Umbaupause gab es eine Runde Lachyoga mit Margit Hertlein. Danach ging es weiter mit der Autobahn des Lebens, dem Paradisepoint und Froschgeschichten. Mehr dazu im Download.

Nach einer kurzen Pause ging es gleich in den nächsten Workshop - shift work mit Paola Paruschke. Wer sie kennt, weiß bereits im Vorfeld, dass es sicherlich kein langweiliger Vortrag werden wird, sondern ein interaktiver Workshop mit den Teilnehmern. ERFOLG war das zentrale Thema - Begeisterung, Leidenschaft - Weshalb lohnt sich etwas? Ist es sexy genug? Was begeistert mich? Welche Erfahrungen stehen mir zur Verfügung? Welches Erfolgssystem nutze ich für mich? Wie komme ich raus aus der Schleife? An diesem konkreten Beispiel demonstrierte Paola eine super Mischung aus NLP, Kinesiologie, Hypnose und Aufstellungsarbeit. Zwischendurch gab es Tai Chi Übungen um alle Teilnehmer zu aktivieren.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause ging es für mich weiter mit Jutta Heller - Die eigene Lebensbühne gestalten - Coaching zur Kompetenzentwicklung. Wo bin ich wie und mit wem aktiv und wie will ich diese Bühne jetzt und zukünftig gestalten? Als Einstimmung gab es eine Phantasiereise auf die eigene Bühne des Lebens. Was ist los auf der eigenen Lebensbühne - wie kann ich sie gestalten um handlungsfähig zu sein, d.h. mit Situationen so umgehen, dass es für mich und mein Umfeld förderlich ist. Nach dem theoretischem Teil und der Phantasiegeschichte ging es in die Kleingruppe um die "Theatermetapher" auszuprobieren und einzuüben. Die Zeit verging wie im Flug.

Auch die nächste Pause war wieder viel zu kurz um Sonne zu tanken und Kontakte zu knüpfen.

Nun ging es für mich weiter zu Daniela Blickhan. Das Persönlichkeits-Panorama - Angewandtes NLP in Beratung und Coaching. Sehr strukturiert und professionell präsentierte Daniela die Methode und mögliche Einsatzbereiche im Business, bei Jugendlichen und bei Kindern, aber auch für Paare und Teams. Das Persönlichkeits-Panorama ist ein wunderbares Handwerkszeug um berufliche Rollen zu klären, für Ressourcenarbeit, Ziele zu definieren, Stärken herauszuarbeiten, bei der Berufswahl zu unterstützen, den Selbstwert zu steigern u.v.m. In der Kleingruppe gab es dann auch die Möglichkeit der Selbsterfahrung "Was sind meine wesentlichen Rollen". Daniela hat es geschafft in 1,5 Stunden ihre Methode so zu vermitteln, dass ich das Persönlichkeits-Panorama sofort in meine Arbeit als Coach einbauen kann.

Als Special gab es zum Abschluss der Workshops noch ein "Methodenfeuerwerk" mit Bernd Isert - ein Zusammenspiel von Methoden und Modellen anhand "eines imaginierten Menschen, der sich entwickeln soll". Auf der Bühne hat er mit fast 20 Teilnehmern gleichzeitig gearbeitet und uns allen gezeigt wie man die Methoden miteinander verknüpft und anwendet!

Fröhliche Menschen tummelten sich im Anschluss am kalten Buffet, genossen ein Glas Sekt in der Abendsonne und resümierten über den gelungen Kongress! Um 20.30h lockte das Improtheater HolterdiePolter noch mal alle Teilnehmer in den Festsaal um grandiose Spontaneität auf der Bühne zu erleben. DJ Marc Wirtz von Radio Gong legte im Anschluss noch ein paar hieße Scheiben von "Abba bis Zappa" auf und verwandelten den Festsaal in eine Disco.

Alles in allem ein wirklich gelungener Kongress!!

Katrin Greßer


Brief von Knut Kaiser

Mit einer Woche Abstand noch einmal vielen Dank an Dich und alle Mithelfer für den wirklich hervorragend gelungenen NLP-Kongress!

- Als ich Micheal "in den Keller folgte" habe ich gelernt, wie man als Frosch sein geordnetes Terrain verläßt und auf der Lebensautobahn den paradiesischen Punkt im Auge behält. (Vorsicht: Michael wirft dabei mit rohen Eiern!)

- Paola erklärte wie man mit italienischem Akzent und Leichtigkeit in Straßencafe in München bei einem Espresso ganz nebenbei Akquise für Coaching betreibt.

- Axel zeigt wie man mit der Ausstattung eines universellen Werkzeugkoffer (den er anfangs sorgsam unter einer Decke verbirgt) alle Trainings beginnen kann - und nebenbei den Keller und Kinderzimmer aufgeräumt bekommt. (Und damit ich bei seiner nächsten Umfrage glänzen kann: ich übe das mit dem Ohrenwackeln...)

- Martin bewies mit unnachahmlichen subtilen Nebensätzen, das "Weg von Motivationen" durchaus wirksam gesundheitsfördernde Verhaltensmuster bewirken können. (oder warum zieht man sonst unwillkürlich den Fuß zurück, wenn jemand draufsteigt ...?)

Ich habe viel für mich mitnehmen können und komme bestimmt nächstes Jahr wieder!

P.S: bestellt bitte dann das gleiche Wetter!
Beste Grüße,

Knut Kaiser


Persönliche Eindrücke vom NLP-Kongress 2007

Kleiner Stolperstein für mich zum Ziel NLP Kongress: eine Umleitung in Stein - mit einem so attraktiven Ziel vor Augen zu bewältigen.

Teamentwicklung praktisch erleben im In- und Outdoorbereich bei Werner Schmidt. Sehr humorvoll, witzig gestaltet mit viel Kompetenz. Das Wort TEAM, in der heutigen Zeit inflationär gebraucht, wird unter verschiedenen Aspekten betrachtet. Was bedeutet es für mich? Was macht ein gutes Team aus? Wie bleiben alle an Bord und verwirklichen ihr Potenzial? Wie vermeide ich eine Definition TEAM = Toll Ein Anderer Machts? Für mich ein gelungener Workshop, dadurch vertieft, dass wichtige Teamelemente wie Vertrauen durch Gruppenübung körperlich erfahrbar gemacht wurden. Sich mit verschlossenen Augen rückwärts fallen zu lassen und vom Team aufgefangen zu werden beantwortet sehr direkt die eigenen Vertrauensfähigkeit.

Christine Lößl - Umgang mit schwierigen Kollegen. Sehr lebendig gehalten durch ein Rollenspiel. Ort eine Kantine, die überall sein könnte. Ein frustrierter Mitarbeiter, dem ein Projekt entzogen wurde und der einem Kollegen seinen emotionalen Frust klagt. Und dann wird es richtig menschlich: In der ersten Sequenz erfährt man, wie prima man sich gegenseitig in düstere Stimmung bringen kann. Der Beziehungspflege wird zwar genüge getan, der Problempflege aber auch. Gewisse Heiterkeit in der Runde, es scheint als wäre dies nicht unbekannt. In der zweiten Sequenz wird das ganze sehr lösungsorientiert aber auch sehr hobbypsychologisch aufgezogen. So "gecoacht", finden viele, hätte der andere zwar die Möglichkeit über seinen Anteil am Konflikt nachzudenken, ist aber in einen so schlechten emotionalen Zustand gebracht worden, dass er nicht mehr sehr motiviert ist.

Dass das Thema brisant und sehr aktuell ist, zeigt sich daran, wie kontrovers es diskutiert wird. Die im Coaching-Gespräch aufgezeigten Ziele sind für mich eine gute Richtlinie im Gespräch: Selbstverantwortung, Sinn, Ziel, Ressourcen. Ein Workshop, aus dem ich mir Handwerkszeug nicht nur für den Berufsalltag mitnehmen konnte. Auch wenn Wahrnehmung und Interpretation in Konfliktsituationen, in denen wir emotional involviert sind, sich leicht mischen, nehme ich mir vor, hier zwei Dinge ins Bewusstsein zu: vergegenwärtigen. Warum passiert mir das und was hat das mit mir zu tun?

Besonders erfreulich ist der Workshop Sexualtherapie bei Ingrid Ellner und Hans Rebhan. An dieser Stelle muss ich den Satz einer Bekannten "wer's denn nötig hat" umformulieren in "wenn man's doch nötig hätte". Die angebotenen Therapie ist so spannend und interessant, dass eigentlich nur frisch Verliebte hier deplatziert sind.

Nominalisierungen als Substantive unter denen sich jeder etwas anderes vorstellt, werden von den beiden wieder in einen Prozess umgewandelt. Dabei wird großes Augenmerk auf die Wahrnehmung der Beziehungssituation gerichtet, deren Struktur sich häufig im Symptom, wie z. B. Impotenz widerspiegelt. Besonders reizvoll das Zusammenspiel männlicher und weiblicher Energie, das die beiden selbst gut repräsentierten. Schön war's einfach, für alle Paare, die noch das gemeinsame Ziel haben, zusammen zu bleiben, eine wirkliche Chance.

Im Workshop Persönlichkeits-Panorama von Daniela Blickhan bekomme ich gute Anregungen für mich. Wie sind meine Werte geordnet? Was will ich noch entwickeln? Anhand von farbigen Karten wird vom Klienten eine subjektiv sinnvolle Ordnung erstellt.

Hier merke ich, der Tag war doch lang und angefüllt. Ich mache mir ein paar Notizen und nehme mit für zu hause vor, mein eigenes PP zu legen.

Den gemeinsamen Abschluss - und man möchte schon fast sagen, das Abschlussfeuerwerk - bildete Bernd Isert. Mit einem integrativen Methodenmix aus NLP, Aufstellungen etc. wurde mit einer Klientin eine Kurztherapie durchgeführt. Aus der Situation heraus und mit scheinbar vollkommener Leichtigkeit entwickelte Bernd Isert eine furiose Aufstellung, die mich an ein sehr gelungens Solo eines Jazz-Musikers erinnerte. Am Schluss standen ca. 15 Personen mit auf der Bühne, die verschiedenen Persönlichkeitsanteile und Archetypen wie "das Wunder", "das Orginal", "der Zuhörer", "die Liebe", "das zukünftige Selbst" etc. repräsentierten. Äußerst kurzweilig hat Bernd Isert die Art vermittelt, wie er arbeitet und deutlich gezeigt, dass die Entwicklung von NLP noch lange nicht abgeschlossen ist.

Das Improtheater Holterdipolter setzt dann noch den Punkt und die Idee. Den Abend mit Tanz ausklingen zu lassen, macht das ganze rund. Für mich ein gelungener Kongress. Viel Potenzial. NLP hat sich für mich wieder einmal in seiner Vielfalt gezeigt, sowohl in seinen Möglichkeiten als auch seinen individuellen Färbungen.

Angelika Graber


Persönliche Eindrücke vom NLP-Kongress 2007

Wenn ich an den NLP-Kongress denke, fällt mir ganz spontan das Wort Zeit ein. Zeit, heutzutage schon fast Luxusgut - was hat das mit dem letzten Samstag zu tun? Selten vergeht ein Tag so schnell, so abwechslungsreich, nützlich und sinnvoll.

Es war mein erster NLP-Kongress. Natürlich war ich neugierig und gespannt was der Tag bringen würde, ob sich der Zeitaufwand lohnen würde. Der Kongresstag begann mit Bilderbuchwetter, vielen bekannten und unbekannten Gesichtern, einem freundlichen und herzlichen Empfang durch das Organsiationskomitee, den Verband und die Trainer. Leider endete er für mich bereits mit Bernd Isert, der sich mit Speed durch die Coaching-Methoden bewegte.

Dazwischen wurden insgesamt 16 Workshops angeboten - jeweils 4 parallel - das machte die Auswahl nicht leicht. Ich entschied mich für Teamentwicklung, Voice Energie, Coaching und die Säulen der Gesundheit. Mein Nutzen daraus? Neue Spiele und Übungen für Teamentwicklungsprozesse und die Erfahrung, die Wirkung selbst erlebt zu haben. Endlich weiß ich auch, warum mir in meinen eigenen Seminaren manchmal die Stimme zu schaffen macht und ich bin schon neugierig, wie meine Nachbarschaft wohl auf die Dschungelbegrüßung reagieren wird. Theaterspielen war bisher nicht meine große Leidenschaft, aber die Integration in den Coachingprozess ist ein Praxistool, das ich mir gut bei der Arbeit mit meinen Klienten vorstellen kann. Dass NLP sich selbst treu bleibt weil es offen, kritisch und kontextbezogen ist, zeigte mir der Workshop zur Gesundheit: Zeit kann auch ganz unwesentlich sein, negative Zielformulierungen können hilfreich sein und die Frage nach der positive Absicht kann zu einer gefährlichen Unterstellung werden.

Mein Fazit? Nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Ich freue mich schon darauf! Kompliment für die Organisation und die Vielfalt des Angebots, die interessanten Trainer. Danke für die angenehme Atmosphäre und die Möglichkeit, die Zeit so zu verbringen - das ist Zeitwohlstand.



Sabine Buchart-Kaiser


NLP-Kongress 2007 in Stein bei Nürnberg

Na, diesmal hat's geklappt, ich nehme erstmals am Kongress teil, keine Terminüberschneidungen am Wochenende, super. Krachblauer Himmel, jede Menge Sonnenstrahlen, und trotzdem haben sich eine Menge Leute entschieden, zum Kongress zu kommen. Ich lausche im völlig überfüllten Saal den einführenden Worten von Dr. Jutta Heller, spähe dabei nach meiner Trainer-Kollegin Mona, mit der ich mich verabredet habe - keine Chance, einfach zu viele Rücken ... so setze ich mich auf die Treppe und hülle mich in Geduld. Ich bin gefordert, mir nach der Vorstellung der Trainerinnen und Trainer, die dieses Wochenende gestalten werden, aus der Fülle und Güte ihres Angebots vier Workshops auszusuchen. Das ist schon fast ein kleines Entscheidungstrainingsworkshop, wie war das noch gleich mit dem Prioritätensetzen, hm ... ach, und da ist ja endlich Mona. Wir werden teilweise an den gleichen Workshops teilnehmen und teilweise unterschiedlich unterwegs sein. Mein erster Workshopleiter ist Michael Lochmann und da ich ein großer Visualisierungs- und Metapherfan bin und zudem gerne Geschichten schreibe, interessiert mich sein Thema: "Metaphern und Geschichten: Einsatzmöglichkeiten im beruflichen Kontext", und tatsächlich, ich bekomme einige neue Anregungen. Den Werte-Baum, bei dem Jeder aus einer Sammlung unterschiedlicher Begriffe eine Auswahl trifft und etwas dazu sagt, werde ich gleich bei meinem nächsten Seminar zum Start in den Abend einsetzen. Der Workshop ist ziemlich überfüllt, aber sehr kurzweilig. Gut einsetzbar finde ich auch die "Personengalerie", bei der Portraits unterschiedlichster Menschen an die Wand gepinnt werden, sich jeder eine Karte schnappt unter einer Fragestellung wie: Mit welcher Person würden Sie tauschen? Mit wem würden Sie eine Woche verbringen? Und ein paar erklärende Worte dazu sagt. Was mir auch gut gefallen hat waren Inspirationen wie eine Timeline-Arbeit in die Vorstellungswelt eines Fuhrparks zu packen (Wo fahren Sie lang? Autobahn, Landstraße, etc. Was ist Ihr Ziel? Tankstellen: wo kriegen Sie Treibstoff? Rastplätze: ausruhen, sich Gutes tun. Aussichtspunkte: Wo sehen Sie mal etwas anderes? usw.) oder in die eines Schiffs auf dem Meer (Wohin geht die Reise? Auf welcher Art Schiff sind Sie unterwegs? Galeere, Ruderboot, Einmaster, Dampfer usw. Was wollen Sie mitnehmen, was lassen Sie zurück? Wie ist das Wetter. Wie ist der Seegang? Und, und, und ... die Zeit verging wie im Flug. Es ging mir hier wie mit den anderen Workshops, die ich belegt hatte: man kann unmöglich alles erfassen, was dargestellt wurde; ansonsten würde man eine reine Spiegelstrich-Liste schreiben müssen ... immer wieder wurde die Schleife gezogen zu der Rolle der Vorerwartungen hinsichtlich unserer Wahrnehmung. Besonders witzig fand ich da die Übung, einen Tennisball und ein Ei zu zeigen mit der Frage: "Was von beiden springt höher?" und dann, wenn alle rufen "der Ball", beides zu Boden zu werfen ... wobei sich das Ei dann als eiförmiger Gummiball entpuppt...

Sehr lustig hing es auch beim Workshop "Voice Energy" von Margit Hertlein zu. Nicht nur weil wir mit Lachyoga experimentiert haben sondern auch so ebenso Nützliches wie Kurzweiliges für Atem und Stimme erprobt haben wie:
"Dschungelbegrüßung": Bauch halten und ein "Ho" tief aus dem Bauch kommen lassen
"Geier Sturzflug": Arme spreizen, senken, ausatmen
"Fusselpusten": stoßartiges Ausatmen
Eine heiße Empfehlung für gutes und tiefes Atmen ist auch der Bauchtanz. Eine Reihe von Tipps für den Stimm-Alltag nur mal so lose aneinandergereiht: ausgiebiges Gähnen, beim Trinken Wasser ohne Kohlensäure verwenden, Husten statt Räuspern. An Demosthenes im alten Griechenland fühlte ich mich erinnert, als wir einen Satz mit vier Wörtern (z.B. "Das Seminar ist schön") möglichst ausdrucksvoll auf folgende Art zu sprechen:
1. mit Zunge hinter den Schneidezähnen
2. mit Zunge an die Backenzähne rechts oben gelegt
2. mit Zunge an die Backenzähne nach links oben gelegt und Augenbrauen mit bewegt
4. mit Zunge gerade an den Gaumen gelegt
Das, im Seminar als Partnerübung gemacht, führte natürlich zu wüstem Genuschel und Gebrumme und zu Lachsalven. Jedoch: die Übung ist gut für die Artikulation. Margit Hertlein empfiehlt, sie 4 Wochen lang jeweils zwei Minuten lang, z.B. im Auto zu machen; nach 4 Wochen "erinnert sich die Muskulatur" und man braucht nicht mehr so oft zu üben. Zum Einstieg ist es sinnvoll, einen Spiegel zu benutzen.
Na, nach soviel Aktivität hatten wir uns das Mittagessen ja redlich verdient. Dem zustimmenden Gemurmel rundum konnte ich entnehmen, dass die meisten sehr zufrieden mit der Verpflegung waren: drei Gänge, Hauptgericht mit oder ohne Fleisch. Schön war, anschließend im Hof sitzen und ausreichend Zeit zu haben, miteinander plaudern zu können.

Weiter ging's dann auf meiner Agenda mit "Die eigene Lebensbühne gestalten" von Dr. Jutta Heller: NLP Coaching mit der Theater-Metapher
Zu Beginn die Frage: "Was interessiert Euch an dem Thema?"
Ein paar Antworten aus dem Teilnehmer/innenkreis: "Ich lebe nicht entsprechend meiner Kompetenzentwicklung" - "Ich will im beruflichen Umfeld die Kompetenzen stärker herausstellen können." - "Ich will meine eigenen Kompetenzen spüren, entdecken" - "Ich will mehr Eigengestaltung: Gestaltung meiner eigenen Bühne(n)"

Die Bühne als Lebensbühne ist natürlich eine starke Metapher und noch dazu eine, die die unterschiedlichsten Befindlichkeiten darstellen, "inszenieren" kann. NLP-Coaching mit der Theater-Metapher ermöglicht, wie wir auch anhand praktischen Übens erfuhren, sehr anschauliches Arbeiten mit dem Coachee. Dazu bedarf es natürlich eines strukturierten Prozesses: Dr. Heller stellte uns das Modell des NLP-Coaching mit der Theater-Metapher in einzelnen Schritten vor:
Rapport
Problemformulierung
Zielformulierung
Ressourcen
Thema - Inszenierungsstil - Bühnen - Rollen - Story
IST - SOLL
Öko-Check: Was gewinne ich durch Veränderung, was verliere ich, was bleibt gleich?
Future Pace

Zu den Verfahrensschritten ist eine Vielzahl klärender Fragen an den Coachee möglich: Sei es z.B. das Thema betreffend: z.B. Worum geht es? Gibt es einen Untertitel? Gibt es eine Entwicklung? Usw. Oder Fragen zur Bühne, beispielsweise: Vor welchem Publikum spiele ich? Wer steht alles auf der Bühne? Was gibt es für ein Bühnenbild? Wie ist die Bühne - statisch, Drehbühne, versenkbar usw.? Was ist hinter den Kulissen? Was ist überhaupt meine Rolle? Spiele ich eine Haupt- oder eine Nebenrolle? Ist alles festgelegt oder kann ich improvisieren? Was ist das Charakteristikum der Rolle? Heldin, Bösewicht, Randfigur etc...? Fühle ich mich wohl in der Rolle? Was würde ich vielleicht lieber spielen? Interessant ist natürlich auch das Stück, die Story: Gibt es einen Spannungsbogen, ein Storyboard? Wann und wo spielt das Stück? Gibt es Zeitsprünge oder Rückblenden? Gibt es ein klar definiertes Ende oder ist es eine Fortsetzungsstory?

Nun, nachdem sich bei mir in der Gruppenarbeit in der Rolle als Coachee dank meiner ideenreichen Coaches sozusagen ein wichtiger Vorhang gehoben hatte und ich mittels der Bühnen-Metapher zu einer neuen Perspektive für ein real existierendes Problem kam, kann ich das Verfahren gut weiterempfehlen ...
Letzter Workshop meines NLP-Tages war Martin Haberzettl's: Die drei Quellen der Gesundheitsmotivation, mit ca. 50 Teilnehmer/innen ebenfalls recht gut besucht.

Die These von Martin Haberzettl: "Die meisten Menschen wissen ganz gut was sie tun könnten, um gesünder zu leben." Kann ich aus meinem Alltag als Wellnesstrainerin nur bestätigen, und eben auch, dass das Wissen um etwas nicht automatisch zu einem anderen Verhalten führt. Im Gegensatz zu anderen Kollegen vertritt Haberzettl die These, dass auch negative Zielformuliereungen manchmal hilfreich sein könnten, besonders wenn es um Gesundheit geht, denn das "Unbewusste" sei klüger, als viele annehmen: es könne mit "nicht" umgehen. Probleme vermeiden wollen ("weg von") sei manchmal die stärkere Kraft, als Ziele erreichen wollen ("hin zu"). Als Beispiel führte er das Ziel "Nicht rauchen" an, wo man sich in der Regel schwer tut, ein positives Äquivalent zu finden. Da ist was dran, meine ich, in Erinnerung daran, dass mein eigener Abschied von den Zigaretten erst nach längerem Überlegen den Zielsatz bekam "Ich will rauch-frei leben" - im Bestreben, negative Formulierungen zu vermeiden. Manchmal sei es jedoch gut, so der Referent, negativ formulierte Ziele zu akzeptieren, denn ein Gesundheitsziel habe in der Regel eine orientierende Kraft, aber keine motivierende Kraft. Eine Weg-von-Motivation habe sehr viel zu tun mit Vermeiden negativer Zustände. Wenn jemand z.B. Übergewicht hat und sich vorstellt, er sei an einem Badesee, dann könne ihn die Vorstellung "Badesee" durchaus motivieren, abzunehmen, um halt am Badesee auch besser auszuschauen. Insofern sei es also hilfreich, negative Vorstellungen zu aktivieren. Nun ja, mir persönlich leuchtete das nicht so ein, aber das liegt wahrscheinlich an meinen persönlichen Überzeugungen. Womit ich hingegen viel anfangen konnte, war die Vorstellung von "Gesundheit als Weg", als Ergebnis vieler alltäglicher kleinerer und größerer Entscheidungen. Je leichter und spontaner diese Entscheidungen getroffen werden könnten, desto stabiler sei die Orientierung auf Gesundheit hin. Was leicht ist wird stabil bleiben. Dies werde ermöglicht und erleichtert durch das "Motivationsteam":
- "Weg-von"-Kraft (negative Konsequenzen vermeiden)
- "Hin-zu"-Orientierung (Richtung Gesundheit)
- Positive Absicht ("umgeschult" auf gesunden Lebensstil)
Das alles hatte ein bisschen was vom "Six-Step-Reframing" und leuchtete mir unmittelbar ein. In meinen eigenen Seminaren und Trainings treffe ich bei der Teilnehmerschaft oft das "Alles-oder-nichts-Prinzip" an, v.a. bei Menschen, die gerne abnehmen wollen und es nicht hinkriegen. Da ist dann doch der Blick auf die kleinen einzelnen Entscheidungen, die der Tag mit sich bringt, hilfreich. Sich immer mal wieder für das "gesunde" entscheiden, bis es in Fleisch und Blut übergeht. Martin Haberzettl wies mehrfach darauf hin, dass die Frage nach der Positiven Absicht sich auf Verhalten bezöge und nicht auf ein Symptom. Beim Symptom müsse eher nach der möglichen positiven Folge gefragt werden. Er nannte dies den "Beipackzettel" zur Frage nach der positiven Absicht: Die Frage sei hochwirksam, deshalb bestünden Risiken. Es sei (nahezu immer) unbedenklich, bei Handlungen die Frage nach der positiven Absicht zu stellen, jedoch sei bei (Krankheits)Symptomen besondere Vorsicht geboten, denn es gebe eine große Gefahr, massive Schuldgefühle auslösen zu können, die wiederum starke negative Folgen nach sich ziehen könnten - im Extremfall sogar mit tödlichem Ende. Konsequenz: Bei Symptomen gehört die Frage nach der positiven Folge in die Hand erfahrener Praktiker/innen. Abgerundet wurde der Workshop durch eine Demo zum Thema Nackenschmerzen.

Anschließend war für mich Ende des NLP-Tages, denn ich musste aus beruflichen Gründen etwas eher abreisen. Was ich mitgenommen habe: Viele Anregungen, einige Aha-Erlebnisse, gute Gespräche, den Eindruck von viel Lebensfreude und den Wunsch, wiederzukommen.

Sigrid Engelbrecht


Nützliche NLP-Häppchen

Ein wunderschönes Tagungshaus in einer traumhaft schönen Anlage bei strahlendem Sonnenschein. Was will man mehr für einen erlebnisreichen Tag.
Die Kongresseröffnung: 16 Workshopleiter stellen sich vor, witzig, spritzig, jeder wirbt für seinen Workshop. Der bereits vorhandene Appetit der Teilnehmer nimmt zu, die Entscheidung für die einzelnen Workshops fällt schwer. Unter den Teilnehmern sind erstaunlich viele "NLP-Fremde". Das Interesse an NLP scheint auch in der "Metropolregion Nürnberg - Fürth - Erlangen" zuzunehmen.
Ich wähle den Workshop "Metaphern und Geschichten. Einsatzmöglichkeiten im beruflichen Kontext", in dem es eine Antwort auf die Schlüsselfrage "Warum ist es manchmal sinnvoll, ein Frosch zu sein?" geben soll. Michael Lochmann hat auch sehr vielen anderen Teilnehmern Appetit gemacht, und so erinnert sein Workshop an eine Vorlesung im überfüllten Hörsaal. Bald sind nur noch Sitzplätze auf der Treppe und auf dem Fußboden zu haben. Viele kreative Ideen für Trainer im wirtschaftlichen Bereich werden sehr anschaulich dargestellt. Angefangen beim Selbstbild einer Führungskraft, über ein imaginäres Rattenexperiment, um den Einfluss einer Führungskraft transparent zu machen, bis hin zum Frosch im Milchglas.
In der Pause gibt es an verschiedenen Stellen Getränke und leckere süße Teilchen. Zeit zum reden, Füße vertreten und entscheiden, welcher der nächste Workshop sein soll.
Diesmal wähle ich den Workshop "Pfiffige Rollenspiele mit Lust statt Frust! NLP in Training und Unterricht" bei Claudia Simmerl. Die Frage, die wir uns zu Beginn des Workshops stellen lautet: "Wie können wir unsere Teilnehmer für Rollenspiele gewinnen?" Wir betrachten die Ziele der Rollenspiele, Claudia Simmerl ordnet diesen verschiedene Methoden zu und wir probieren dazu verschiedene Settings aus. Wir beginnen mit einem Verkaufstraining, in dem es darum geht, Zahnbürsten an Kunden zu verkaufen, die die Zahnbürsten zu allem anderen außer zum Zweck des Zähneputzens benötigen. Den Abschluss bildet die "Expertenbefragung", bei der die Teilnehmer gegenseitig in der Rolle von Experten eine fachliche Frage erklären. Immer wieder wird sichtbar, wie schwierig es sein kann, Teilnehmer zum mitmachen zu motivieren. Doch es klappt immer besser. Schließlich lautet der Mut machende Leitsatz zum Ende des Workshops: "Der Anfang beginnt mit einem Happy-End".
Um das Gehörte zu verdauen, gibt es ein leckeres Mittagessen. Alles ist bestens organisiert. Nach dem Mittagessen gibt es wieder die Möglichkeit zum Austausch, zum Spazieren gehen oder sogar eine kurze Zeit im Liegestuhl zu verweilen.
Nun wähle ich den Workshop von Dr. Jutta Heller mit dem Titel "Die eigene Lebensbühne gestalten - Coaching zur Kompetenzentwicklung". Dieser Workshop fasziniert mich sehr, da das Bild der Bühne als kreative Methode zur Problemanalyse genutzt wird, genauso, wie die Lösung schon in diesem Bild zu finden ist. Durch eine Trance wird der Ansatz erlebbar und durch eine Übung in Kleingruppen wird die effektive Wirkung schnell sichtbar. Mich fasziniert die kreative Methode, die Dr. Jutta Heller in strukturiertem Vorgehen und mit einem hohen Übungsanteil den Teilnehmern näher bringt.
Wieder eine kurze Pause zum Verschnaufen, bevor die letzte Workshoprunde beginnt.
Ich wähle den Workshop von Daniela Blickhan "Das Persönlichkeits-Panorama: Angewandtes NLP in Beratung und Coaching". In diesen 90 Minuten stellt Daniela Blickhan in einer anschaulichen, strukturierten und sehr erfahrenen Art und Weise das Persönlichkeits-Panorama dar. Sicher ist es in ihrem Buch ausführlich zu lesen, doch die Art wie sie es uns näher bringt, lässt das Vorgehen leicht verstehen. Bemerkenswert ist, dass sie die Methode im beruflichen Kontext von der Einzelarbeit mit Erwachsenen auch auf Teams erweitert hat. Im privaten Bereich bietet sie das Panorama jetzt auch für Kinder, Paare und Familien an. Nach diesem Workshop bin ich satt, voll gestopft mit so vielen interessanten Ideen und Ansätzen. Und einer Menge Lust, vieles auszuprobieren, Erfahrungen mit den Methoden zu sammeln. Das Abendprogramm musste ich leider ausfallen lassen, doch verließ ich den Kongress mit dem Gefühl, einen so schönen Samstag auf äußerst sinnvolle Weise verbracht zu haben.

Birgit Scharowsky


 

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